|
Der Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker 2006 geht an Dirk Laucke
Mit dem Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker 2006
wurde am 18. Oktober in Frankfurt (Oder) der Berliner Autor
Dirk Laucke für sein Stück "alter ford escort
dunkelblau" (verlegt beim Kiepenheuer Bühnenverlag)
ausgezeichnet. Laucke, Jahrgang 1982, aufgewachsen in Halle,
studiert Szenisches Schreiben an der Universität der
Künste in Berlin. Die Jury wählte Lauckes Stück
aus 68 Einsendungen aus, weil es – so Dramatiker und
Jurymitglied Igor Bauersima "voll (ist) von Welt, und
zwar dieser Welt, wie sie sein kann, und auch sein soll."
Der Preis wird jährlich von der Kleist-Stadt Frankfurt (Oder),
der Dramaturgischen Gesellschaft und dem Frankfurter Kleist Forum
ausgelobt. Er ist mit 7670 Euro dotiert und mit einer
Uraufführungsgarantie verbunden, die für Dirk Lauckes
Stück das Theater Osnabrück übernommen hat.
Das Theater, das den Preisträger 2007 uraufführt, wird auf
der nächsten Jahrestagung der Dramaturgischen Gesellschaft
im Februar 2007 ausgewählt und ist dann in der Preisjury
mit einer Stimme vertreten.
Interessierte Theater wenden sich an die Dramaturgische Gesellschaft:
post@dramaturgische-gesellschaft.de
oder direkt im Kleist Forum an Winfried Tobias, Projektreferent Theater,
Platz der Einheit 1, 15230 Frankfurt (Oder), w.tobias@muv-ffo.de
K L E I S T - F Ö R D E R P E I S 2
0 0 6
Verleihung des Kleist Förderpreis
im Oktober 2006
Der Kleist Förderpreis für junge Dramatiker
wird am 18. Oktober 2006 zum 11. Mal von der Dramaturgischen
Gesellschaft Berlin, der Kleist-Stadt Frankfurt (Oder)
und dem Kleist Forum Frankfurt (Oder) vergeben. Als
Laudator und Mitglied der Jury konnte für den
Kleist-Förderpreis 2006 Igor Bauersima gewonnen
werden. Aufgeführt wird im Rahmen der Preisverleihung
am Kleist Forum auch das Stück "Kaltes Land"
des letztjährigen Preisträgers Reto Finger
in einer Inszenierung des Theaters Osnabrück,
das auch für die Uraufführung des Preisträgers
bzw. der Preisträgerin 2006 verantwortlich zeichnen
wird.
+++
EIN FEST ZUM 70. GEBURTSTAG

Foto: Oldřich Škácha
VÁCLAV HAVEL IN THEATER (UND POLITIK)
Das Tschechische Zentrum Berlin nimmt den 70. Geburtstag
des Schriftstellers und ehemaligen Staatspräsidenten
Václav Havel zum Anlass und widmet in Zusammenarbeit
mit anderen Organisationen seinem dramatischen Werk
eine Festtagung.
AM 6. UND 7. OKTOBER 2006 IM HAUS DER BERLINER FESTSPIELE
Mitveranstalter sind die Berliner Festspiele, das Deutsche Zentrum des
Internationalen Theaterinstituts, die Dramaturgische Gesellschaft, das Theaterinstitut
Prag und die Robert Bosch Stiftung.
Deutschland wurde für den Dramatiker Václav Havel zum
Sprungbrett in die ganze Welt. Mitte der 60er Jahre bis
Ende der 80er erlebten die Stücke von Havel zahlreiche
Inszenierungen in Deutschland, Österreich und der ganzen
Welt, unmittelbar nach der sanften Revolution auch in
seiner Heimat. In den 90er Jahren hat aber der Politiker
Václav Havel den Dramatiker beinahe abgelöst.
Wir werden in Gesprächen mit Fachleuten und Entscheidungsträgern
die Tragweite seines dramatischen Werkes im neuen politischen
und geografischen Kontext wieder in den Mittelpunkt stellen.
Szenische Lesungen führen die anhaltende Aussagekraft der
älteren Texte von Havel vor Augen. Das Gastspiel der
iranischen Produktion Kiss you and Tears von Mohammad Charmchir
nach Václav Havels Briefe an Olga wurde sowohl wegen
seiner künstlerischen Qualität als auch als Zeugnis
für die politische Aktualität dieses literarischen
Stoffes außerhalb Europas ausgewählt.
LESUNG AUS HAVELS NEUEM BUCH
Ein Höhepunkt ist die erste öffentliche Lesung in
Deutschland aus dem neuen Buch von Václav Havel
Prosím stručně (Bitte kurz fassen). Es ist eine Art
Fortsetzung des bekannten Interviews, das der Journalist
Hvížďala vor zwanzig Jahren aus dem Bonner Exil mit
Havel führte (auf Deutsch unter dem Titel "Fernverhör"
erschienen), ergänzt durch Tagebucheintragungen und
Dienstanweisungen Havels aus seiner Präsidentenzeit.
Es wird nicht nur Václav Havel gefeiert, sondern wird auch
den deutschen Entdeckern und Fürsprechern seiner Stücke
Ehre erwiesen. So liegt der Schwerpunkt der Ausstellung Die
bühnenbildnerische Interpretation der Theaterstücke
von Václav Havel auf deutschen Inszenierungen.
Die Veranstaltung soll darüber hinaus eine Plattform der
Begegnung von Theaterschaffenden aus Tschechien und Deutschland bieten.
PLASTIC PEOPLE
Zum Schluss gibt es ein Konzert der legendären tschechischen
Underground-Rockband Plastic People of the Universe, deren Verhaftung
im Jahre 1976 ein Auslöser für die Entstehung der Charta 77 war.
Wir danken dem Österreichischen Kulturforum Berlin für die
freundliche Unterstützung, sowie dem Tschechischen Literaturfonds für
die Förderung der szenischen Lesung.
VERANSTALTUNGSORT
Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10719 Berlin
Fahrverbindungen: U3, U9 Spichernstraße
EINTRITTSKARTEN
für die Theatervorstellung am 6.10. und das Konzert am 7.10. sind ab
4.9.2006 an der Kasse im Haus der Berliner Festspiele erhältlich,
Schaperstraße 24, Mo-Sa 14 – 18 Uhr, Tel. 030 - 254 89 100.
Kostenlose Tageskarten für die weiteren Veranstaltungen gibt es an den
Tageskassen und bei telefonischer Anmeldung unter 030 - 254 89 100.
WEITERE INFORMATIONEN
Den Programmablauf entnehmen Sie bitte der
Einladungskarte.
Nähere Informationen finden Sie auf der Internetseite
www.czechcentres.cz/berlin
+++
N E U E S T Ü C K E A
U S E U R O P A
Die Dramaturgische Gesellschaft
auf der Theaterbiennale des Staatstheaters Wiesbaden:
Die Liebe zum Autor – Zweckbündnis,
Symbiose oder Hype?
Perspektiven der Zusammenarbeit zwischen Theatern und
Autoren
Sonntag, 18.Juni 2006. 15 Uhr,
Festivalzelt
In den letzten Jahren gingen starke Initiativen
von Theatern aus, Autoren zu fördern und mit
Aufträgen zu binden. Autorennächte, Workshops,
Stückemärkte, Lesereihen usw. gehören
an vielen Theatern zum festen Bestand. Das Theater
betätigt sich als Förderer, Auftraggeber
und als Medium für neue Dramatik. Dennoch ist
die absolute Zahl von Uraufführungen an Theatern
nicht gestiegen. Wird zuviel Mittelmaß gefördert,
das letztlich den Sprung auf die Bühne nicht
schafft? Ist die Förderung neuer Dramatik durch
die Theater ein Hype, der irgendwann vorbei geht,
ohne Spuren zu hinterlassen? Welche Formen der Zusammenarbeit
zwischen Autoren und Theatern haben sich als sinnvoll
erwiesen und garantieren eine gewisse Nachhaltigkeit
jenseits von Moden und Strömungen?
Es diskutieren:
Maja Das Gupta (freie Autorin, Absolventin des Deutschen
Literaturinstituts Leipzig), John von Düffel
(Autor, Dramaturg am Thalia Theater Hamburg, Dozent
für Szenisches Schreiben), Uwe Gössel (Dramaturg
und Autor, Leiter des Internationalen Forums beim
Theatertreffen) Peter Spuhler (Intendant, Theater
der Stadt Heidelberg).
Moderation: Dr. Dagmar Borrmann (Schauspielleitung,
Hessisches Staatstheater Wiesbaden)
In Zusammenarbeit mit der Dramaturgischen
Gesellschaft.
NEUE STÜCKE AUS EUROPA
15. – 25. Juni 2006 Theaterbiennale des Hessischen
Staatstheaters Wiesbaden.
Weitere Informationen unter www.staatstheater-wiesbaden.de
+++
T H E A T E R T R E F F E N 2 0
0 6
tt talentetreffen
Erstmalig findet in diesem Jahr im Rahmen des Theatertreffens
das „tt talentetreffen“ statt. Auch die
Dramaturgische Gesellschaft wird dort präsent
sein, schauen Sie doch herein!
Impulse – Messe –
Diskussionen
Samstag, 20. Mai 2006 von 12.00 – 17.00 Uhr
Haus der Berliner Festspiele
Offizielle Eröffnung 12.00 Uhr
(Akkreditierung ab 11.00 Uhr)
Eintritt frei. Akkreditierung wird empfohlen
tt talentetreffen
Noch vor zwanzig Jahren haben viele Schauspieler,
Regisseure und Dramaturgen fast ausschließlich
an Stadt- und Staatstheatern gearbeitet. Heute sind
die meisten freischaffend und Fragen nach Projektförderung,
Kooperationspartnern und Produktionsbedingungen längst
Standard. Das Theatertreffen lädt alle noch nicht
etablierten, aber professionell arbeitenden Theatermacher,
Dramatiker und Kulturjournalisten ins Haus der Berliner
Festspiele ein.
Zum Auftakt halten der Schauspieler Josef Bierbichler,
der Schriftsteller Moritz Rinke und die Kulturanthropologin
Isabell Lorey inspirierend-provozierende Impulsreferate:
Reflexionen über das Jungsein, Glück und
Leid des Talentiertseins und die veränderten
Lebensentwürfe freischaffender Künstler.
Im Anschluss eröffnet der Intendant der Berliner
Festspiele Joachim Sartorius die Messe, auf der exklusive
Beratungsgespräche angeboten werden. Parallel
zur Messe finden nacheinander drei Podiumsdiskussionen
mit renommierten Gästen statt: zu Fragen der
Theaterkritik, der Nachwuchsdramatik und der Außenwahrnehmung
des deutschsprachigen Theaters. Abends lädt die
Talentetreffenparty zum Tanzen und Feiern ein.
Weitere Informationen unter: www.talentetreffen.de
Schirmherr des Talentetreffens:
Prof. Klaus Zehelein, Intendant Staatsoper Stuttgart
und Präsident des Deutschen Bühnenvereins
[mehr]
+++
H E I D E L B E R G E R S T Ü
C K E M A R K T 2 0 0 6:
Streitgespräch „Theater
ohne Autor“
Die Dramaturgische Gesellschaft
beim Heidelberger Stückemarkt 2006:
Samstag 6. Mai 2006 17 Uhr, zwinger
3
Wenn bei Uraufführungen das Regieteam auf die
Bühne kommt, fehlt immer öfter eine Figur,
der bis vor kurzem ein ganz besonderer Applaus galt:
der Autor. Wenn es um aktuelle Themen geht, entwickeln
Regisseure, Dramaturgen, Schauspieler häufig
lieber selber ihre Texte, als einen Autor mit einem
Werk zu beauftragen. Über diese dramatische Tendenz
diskutieren Betroffene im Rahmen des Heidelberger
Stückemarktes 06, der einerseits neue Texte von
Autoren vorstellt, andererseits aber auch so viele
Stückentwicklungen ohne Autor wie noch nie: SCHÖPFER
DER EINKAUFSWELTEN, FRIEDRICHSTRASSE, Z, VABANQUE.
Streitgespräch über Stückentwicklungen
und Auftragswerke
mit Sandra Strunz (Regisseurin "Vabanque"),
Lutz Hübner (Autor), Bernd Schmidt (Bühnenverleger),
Peter Spuhler (Intendant Theater und Philharmonisches
Theater der Stadt Heidelberg / Dramaturgische Gesellschaft)
Leitung: Jan Linders (Dramaturgische Gesellschaft
/ Juror Stückemarkt),
In Kooperation mit der Dramaturgischen Gesellschaft.
Heidelberger Stückemarkt
3.- 14. Mai 2006 / Programm und Karten beim Theater
der Stadt Heidelberg
und unter www.heidelberger-stueckemarkt.de
|