Mrz 04 2010

Dramaturgentreffen im Rahmen der Autorentheatertage Berlin 2010

Zu einem kleinen Dramaturgentreffen im Rahmen der ersten Autorentheatertage am Deutschen Theater lädt die Dramaturgische Gesellschaft, in Kooperation mit dem Deutschen Theater, vom 9. bis 11. April 2010 nach Berlin ein.

Auf dem Programm stehen am Samstag, den 10. April, 10-14.30 Uhr Tischgespräche zu den von Michael Althen für die “Lange Nacht der Autoren” ausgewählten Stücken (geschlossene Veranstaltung für Mitglieder der dg und eingeladene Dramaturgen).

Am Sonntag, den 11. April, 11-16 Uhr findet in Kooperation mit der Freien Universität Berlin als öffentliche Veranstaltung ein Symposium zu den Theatertexten von Elfriede Jelinek und Dea Loher statt, zu dem die Teilnehmer des Dramaturgentreffens bevorzugt eingeladen sind.

Darüber hinaus sind die Teilnehmer eingeladen, die Gastspiele zu besuchen, die von Freitag, den 9., bis Sonntag, den 11. April im DT, in den Kammerspielen und in der Box über die Bühne gehen. Auf dem Programm stehen “Zukunft für immer” von Martin Heckmanns (Staatsschauspiel Dresden), “Villa Dolorosa” von Rebekka Kricheldorf (Theaterhaus Jena), “Alles Offen” von Tobias Rausch (Volkstheater Rostock), “Rechnitz” von Elfriede Jelinek (Kammerspiele München), “Adam Geist” von Dea Loher (Burgtheater Wien), “Das Interview” nach Theo van Gogh (Theater am Neumarkt Zürich) und “Im Wald ist man nicht verabredet” von Anne Nather (Schauspielhaus Zürich).

Einen detaillierten Ablauf und weitere Infos finden Sie unter www.autorentheatertage.de!

Die Teilnahme an den Tischgesprächen sowie am Symposium ist für Mitglieder der dg und die eingeladene Dramaturgen kostenlos. Die den Gesprächen zugrunde liegenden Stücktexte erhalten die Teilnehmer nach Anmeldung. Die Teilnehmerzahl ist auf 60 begrenzt, die Plätze werden entsprechend dem Eingang der Anmeldungen vergeben, ebenso die Kartenbestellungen.

Bei Interesse senden Sie ein Email an: lengers@deutschestheater.de. Anmeldeschluss ist der 15. März.

Die Dramaturgische Gesellschaft, Ulrich Khuon und die DT-Dramaturgie freuen sich auf Ihr Kommen.

Feb 08 2010

Urs Troller - Welche Bedeutung hat der Guckkasten für das Theaterspielen, da er immer noch da ist?

Auf vielfachen Wunsch der Tagungsteilnehmer auf der diesjährigen Jahreskonferenz in Zürich stellen wir den Vortragstext - mit freundlicher Genehmigung - von Urs Troller online. Auch andere Texte zur weiteren Beschäftigung zu VORSTELLUNGSRÄUMEN könne auf unserer Website abgerufen werden.

Urs Troller - Welche Bedeutung hat der Guckkasten für das Theaterspielen, da er immer noch da ist?

Feb 01 2010

Theater als Raumwissenschaft - Erfolgreiche Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft in Zürich

Am Sonntag, den 31. Januar 2010, ging die diesjährige Jahreskonferenz der Dramaturgischen Gesellschaft (dg) in Zürich zu Ende. Im Verlauf der dreitägigen Konferenz, die unter dem Motto „Vorstellungsräume – Dramaturgien des Raums“ stand, diskutierten über 230 Theatermacher, Architekten, Szenografen, Kunst- und Raumwissenschaftler über die Funktion und die Möglichkeiten von Theater und Kunst im öffentlichen Raum, die Bedeutung des Theaters als Raum, in dem Öffentlichkeit hergestellt wird, sowie über Raumkonzepte in der zeitgenössischen Theaterpraxis.

In seinem Eröffnungsvortrag zum „spatial turn“ in den Kulturwissenschaften umriss der Berliner Raumwissenschaftler Stephan Günzel aktuelle Raumtheorien als Leitwissenschaften für Diskussionen in Soziologie, Geografie, Kunstwissenschaft und Psycholgoie. Damit setze er den Rahmen für die folgenden zahlreichen Impulsreferate, Tischgespräche, Projektpräsentationen und Diskussionsrunden. Der Sozialgeograf Benno Werlen wies nachdrücklich darauf hin, dass Räume Produkte menschlichen Handelns sind, welches wiederum die Konstruktion gesellschaftlicher Räumlichkeit überhaupt erst ermöglicht. Er betonte daher die Notwendigkeit, öffentliche (Handlungs)Räume zu verteidigen und zu erobern.

In der Abschlussdiskussion am Sonntag diskutierten die Theaterleiter/innen Amelie Deuflhard (Kampnagel Hamburg), Carena Schlewitt (Kaserne Basel) und Dominique Mentha (Luzern) mit dem Geschäftsführer des Deutschen Bühnenvereins Rolf Bolwin und dem Architekten Jörg Friedrich über Theaterräume der Zukunft. Sie betonten dabei die besondere Rolle des Theaters als Kunst-, Sozial- und Diskursraum, also als Ort gesellschaftlichen Handelns, dem in unserer Gesellschaft eine zentrale Bedeutung zukommt, die es vehement zu behaupten gilt, vor allem vor dem Hintergrund der derzeit geführten Spardebatten. Unsere Gesellschaft braucht Räume, in denen kollektives Handeln und Wahrnehmen möglich ist. Die Gestaltung der Theaterräume der Zukunft wird dabei den Ansprüchen einer sich stetig verändernden und ausdifferenzierenden Gesellschaft Rechnung zu tragen haben. Die hierfür benötigten Räume müssen gefunden, saniert, umgewidmet oder auch besetzt werden, da Theaterneubauten zukünftig wohl nur noch in Ausnahmefällen realisiert werden können.

Der Vorsitzende des Deutschen Bühnenvereins Rolf Bolwin forderte von der Kulturpolitik außerdem ein klares Bekenntnis zu den bereits existierenden Theatergebäuden – und damit auch ein Bekenntnis zum Theater selbst. Allerdings nahmen die Diskussionsteilnehmer auch die Theatermacher in die Pflicht, die ihnen bereits jetzt zur Verfügung stehenden Räume flexibler zu nutzen und selbst Visionen für neue Handlungs(spiel)räume zu entwickeln.

Zukunftsweisende Beispiele dafür, wie solche Umwidmungen erfolgen können, lieferten die auf der Konferenz anwesenden Künstler, darunter Benjamin Förster-Baldenius (Raumlabor Berlin), Penelope Wehrli (Berlin), Thomas Goerge, Bühnenbildner von Christoph Schlingensiefs Festspielhaus für Afrika, und der Animationskünstler Victor Morales (Freiburg).

Mit der hohen Teilnehmerzahl war die diesjährige Jahreskonferenz eine der erfolgreichsten in der Geschichte der Dramaturgischen Gesellschaft. Zugleich verzeichnet die dg mit über 550 aktiven Mitgliedern die höchste Mitgliederzahl seit ihrer Gründung. Das anhaltende Interesse gerade junger Theatermacher und Studierender trägt zu einer stetigen Verjüngung der dg bei und ist zugleich Ausdruck für die hohe Wertschätzung, die der Arbeit der dg beigemessen wird. Auf Einladung des Theaters Freiburg wird Freiburg Austragungsort der Jahreskonferenz 2011 der Dramaturgischen Gesellschaft sein.

Die Jahreskonferenz 2010 wurde in Zusammenarbeit mit dem Department für Darstellende Künste und Film der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) sowie dem Theaterhaus Gessnerallee und mit Unterstützung des Schauspielhauses Zürich durchgeführt. Zu den Förderern der Konferenz zählen neben der Schweizerischen Kulturstiftung pro helvetia und der Stadt Zürich auch die migros Kulturstiftung sowie der Deutsche Bühnenverein.

Das Dokumentationsheft zur Konferenz wird Ende April 2010 erscheinen.

Jan 27 2010

Think Tank zur Konferenz 2010

Unter dem Menüpunkt Konferenz können Texte von Stephan Günzel, Urs Troller, Gesa Mueller von der Haegen, Thomas Goerge, Joachim Krausse und Muriel Gerstner zum diesjährigen Thema der Tagung kostenfrei heruntergeladen werden.

Jan 14 2010

Oliver Kluck ist Kleist-Förderpreisträger 2010

Der in Berlin lebende Oliver Kluck ist Gewinner des Kleist-Förderpreises für junge Dramatiker 2010. Der 1980 auf Rügen geborene Nachwuchsdramaturg wird für sein Stück “Warteraum Zukunft” ausgezeichnet, wie das Frankfurter Kleist-Forum am Mittwoch mitteilte. Der mit 7500 Euro dotierte und einer Uraufführungsgarantie verbundene Preis wird von der Stadt Frankfurt (Oder) gemeinsam mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen, der Dramaturgischen Gesellschaft und der Frankfurter Messe- und Veranstaltungsgesellschaft vergeben.

Kluck zeige mit seinem Stück eine frische und unkonventionelle Herangehensweise an Lebensentscheidungen, begründete die Jury. Das Schauspielhaus Hamburg wird das Stück inszenieren und am 18. Mai bei den Ruhrfestspielen uraufführen. Ein Gastspiel werde zudem am 5. Oktober zur Eröffnung der Kleist-Festtage 2010 in Frankfurt gezeigt.

Jan 08 2010

Theatertagung: Torquato Tasso

Die Evangelische Akademie Hofgeismar, in der Nähe von Kassel, veranstaltet von vom 16. bis 18. April 2010, eine Tagung zu Johann Wolfgang von Goethes Künstlerdrama „Torquato Tasso“.

Die Tagung findet in Kooperation mit dem Staatstheater Kassel statt. Ein Besuch der dortigen Inszenierung wird zum Anlass genommen, sich mit der Regiearbeit und möglichen Interpretationen auseinanderzusetzen. Ergänzt wird das Programm durch Vorträge renommierter Literatur- und Theaterwissenschaftler wie dem Goethe-Biografen Klaus Seehafer, dem Literaturwissenschaftler Dr. Bernd Hamacher, der Dramaturgin und Theaterwissenschaftlerin Prof. Dr. Nina Birkner und dem Berliner Theaterkritiker Dr. Dirk Pilz.

Anmeldungen bis zum 9. April: Evangelische Akademie Hofgeismar, Tel. 05671 / 881-0 und unter www.akademie-hofgeismar.de. Preis (inkl. Unterkunft und Verpflegung): 144,50 Euro.